Es ist schon seltsam, wie in diesem Artikel auf heise.de zu lesen, werden auf der Website des Bundesdatenschutzbeauftragten jetzt keine IP-Adressen mehr gespeichert. Auch andere Ministerien sollen folgen und Suchmaschinen bzw. Werbeanbieter sind natürlich auch wieder ins Visier geraten. Das alles geschieht im Zuge der Kampagne “Wir speichern nicht

Was mit den IP-Adressen für Schindluder getrieben werden soll, konnte bisher aber wohl auch keiner erklären. Interessant ist in diesem Bezug auch wiederum ein Heise-Artikel, hier wird zwar einerseits angeprangert, daß dem Surfer über die Schulter geschaut werden könne, andererseits wird ein IP-Adressfilter (beispielsweise in Foren) als unwirksam bezeichnet, weil IP-Adressen meist dynamisch vergeben werden. Moment, irgendwas stimmt da nicht, oder?
Einerseits wird der User durch die Speicherung seiner IP quasi verfolgt, andererseits wird aber eingeräumt, daß das technisch gar nicht möglich ist. Auch wird auf der Seite eindeutig klargestellt, daß die IP wenig aussagekräftig im Bezug auf die Identifikation eines Users sei.

Sollen jetzt tausende von gängigen Webservern umgestellt werden, nur um keine IP-Adressen mehr zu loggen?

Wozu soll das ganze letztendlich gut sein? Der normale Webseitenbetreiber hat sicher nichts von einer IP-Speicherung, er kann darüber im Normalfall keinen Benutzer wiedererkennen oder gar genauere Informationen zur Person bekommen. Einzig bei Angriffen auf die Seite besteht über eine Anzeige eventuell die Möglichkeit den Verursacher zu finden, ansonsten bleibt der User anonym.

Hier wird also ein Schutzbedarf suggeriert, der letztendlich gar nicht vorhanden ist. Auf das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung wird nur kurz eingegangen, daß hier ein viel größeres Potential für Datenschützer liegt, sieht “Wir speichern nicht” wohl nicht.