Alles rund um Suchmaschinen und was man mit ihnen anstellen kann
19 Feb
Webkataloge galten früher als das Allheilmittel um schnell gut gerankt zu werden. Diese Seiten hatten einen hohen Pagerank, ergo konnten auch die verlinkten Seiten nicht schlecht sein und wurden von Suchmaschinen somit als relevant angesehen. Durch die Backlinkpflicht wurde der Rank des Katalogs schön oben gehalten, was natürlich den eingetragenen Seiten auch zugute kam.
Die große Ernüchterung folgte auf dem Fuss: Abstrafung von Seiten die nur oder größtenteils aus ausgehenden Links bestehen, sowie von offensichtlichem 1zu1-Backlinking.
Als Ausweichmethode haben findige Gesellen nun die Artikelverzeichnisse erfunden. Hier wird gesammelter Content hinterlegt aus dem dann nur einige Verlinkungen erlaubt sind. Backlinks sind meist keine Pflicht mehr, da der Verzeichnisbetreiber ja etwas sehr viel wertvolleres bekommt: Unique Content. Jeder der Backlinks aus dem Artikelverzeichnis möchte, muß einen Artikel verfassen, der eine bestimmte Wortanzahl nicht unterschreiten darf. Darin dürfen dann einige Links zur eigenen Seite platziert werden.
Auf den ersten Blick eine feine Sache um Google und Co auszutricksen: Unique Content ist vorhanden, es gehen pro Artikel nur einige Links nach draußen und diese sind noch dazu themenrelevant.
Allerdings sollte man sich auch hier fragen, wo der Nutzwert für den User liegt. Linklisten wären sicher nicht abgestraft worden, wenn sie einen Mehrwert für den Benutzer dargestellt hätten. Das war nicht so, da sie nur aus einer willkürliche Anhäufung von Links bestanden.
Woraus bestehen Artikelverzeichnisse? Möchte man es böse formulieren könnte man sagen: aus einer willkürlichen Anhäufung von Content. Die meisten Verzeichnisse sind nicht spezialisiert und bieten beinahe alle Themen an. Der Content ist meist nicht gerade hochwertig, sondern schnell zusammengetippt. Schließlich geht es dem Ersteller des Artikels nur um den Backlink, die Zeit um qualitativ hochwertigen Content zu erstellen nimmt man sich doch lieber für die eigenen Projekte.
Letztendlich entstehen hier also noch mehr Anhäufungen sinnlosen Contents als wir sie durch viele andere Erscheinungen schon haben. Ich denke daher, daß es Artikelverzeichnissen auf Dauer genauso ergehen wird, wie Webkatalogen: Abstrafung durch die Suchmaschinen und Verschwinden im Nirvana des World Wide Web. Auch wenn hinter den Rankingalgorithmen der Suchmaschinen zuerst mal Maschinen stecken, sind diese doch von Menschen erstellt, die sich Gedanken darüber machen, was der User wirklich finden will.
Natürlich ist das nur meine Meinung und vage Vorhersage, aber warten wir mal das nächste Update der Suchmaschinen-Blackboxen ab….