Alles rund um Suchmaschinen und was man mit ihnen anstellen kann
20 Mai
Obs zum Lachen oder Weinen ist mag jeder selbst entscheiden, mit den Themen Vorratsdatenspeicherung und Bundestrojaner setzt sich die Seite DuBistTerrorist.de auseinander, durchaus gelungen und mit einer Anlehnung an die “Du bist Deutschland” Kampagne.
Schön gemacht und hoffentlich für viele ein Wachrüttler um sich mit Themen wie Vorratsdatenspeicherung auseinanderzusetzen.
18 Mrz
Nach einiger Auseinandersetzung mit Twitter bin ich nun wirklich zu dem Schluß gekommen, daß es vielleicht für Marketingmaßnahmen eine ganz nette Sache sein mag, daß ich aber nie meine privaten Gedanken auf Twitter posten würde. Wohin ein allzu freizügiger Umgang mit solchen Äußerungen führen kann zeigt diese Story bei golem.de.
Man sollte sich also genau überlegen, was man so twittert, genau wie bei Blog- und Foreneinträgen gibt es hier keine absolute Anonymität und man kann nie sicher sein, wer sonst noch mitliest.
Schon komisch, in Deutschland macht man sich Sorgen über Datenschutz und Vorratsdatenspeicherung, derweil twittern Millionen Menschen fröhlich Ihre intimen Details. Sicher interessiert es keinen, daß Susis Hamster grad im Käfig verrückt spielt… Wer aber täglich einen Dienst wie Twitter nutzt denkt früher oder später nicht mehr über den Inhalt seiner Tweets nach und postet auch mal Dinge, die nicht für die Öffentlichkeit gedacht sind.
Ein interessanter Eintrag findet sich auch im Blog der taz, eigentlich sind wir durch Web 2.0 Dienste bereits auf dem besten Weg zum gläsernen Menschen, dank des Hypes der darum entstanden ist fällt das aber fast keinem mehr auf.
Früher war man eben nicht erreichbar, heute wird vor dem Besuch des stillen Örtchens erst mal ein Post abgesetzt, der etwa den selben Gehalt an Sinn hat wie das anschließend folgende Ausscheidungsprodukt.
Im Umgang mit den neuen Möglichkeiten sollte man meiner Meinung nach doch etwas Vorsicht walten lassen und nicht jedem Einblick in sein Seelenleben gewähren. Sicher kann man bei Twitter & Co noch entscheiden was man der Öffentlichkeit zugänglich macht, der Schritt zum gläsernen Menschen ist aber in jedem Fall getan.
24 Nov
Laut diesem Bericht bei golem.de und einer vorangegangenen Umfrage des ZDF-Politbarometers sind 57% der Deutschen grundsätzlich mit einer geheimen Onlinedurchsuchung einverstanden, natürlich nicht auf dem eigenen heimischen PC aber der Bundestrojaner wird als “grundsätzlich richtiges” Mittel angesehen.
Dabei ist sogar unter den Befürwortern der Online-Durchsuchung nicht klar, ob diese nur auf richterlichen Beschluß oder auch ohne entsprechende Kontrolle möglich sein soll. In welchen Fällen eine Online-Durchsuchung als legitimes Mittel eingesetzt werden soll, bleibt also momentan noch offen. Natürlich werden als Beispiele immer nur die Extremfälle angeführt, in denen man die Berechtigung einer solchen Aktion gar nicht in Frage stellen möchte. Daß die Online-Durchsuchung aber auch bei weit weniger schweren Vergehen eingesetzt werden könnte ist durchaus im Rahmen des möglichen.
Sicher haben Tauschbörsennutzer keine Durchsuchung Ihrer Festplatte zu befürchten, oder doch? Natürlich soll die Online-Durchsuchung nur bei schwerwiegenden Straftaten eingesetzt werden, aber ist der Bundestrojaner erst einmal beschlossene Sache, wird sich wohl auch diese Grenze verwischen lassen. Kommt die Online-Durchsuchung ohne richterlichen Beschluß, gleicht das in vielen Fällen einer kompletten Wohnungsdurchsuchung, überlegen Sie mal wie viele persönliche Daten sich auf Ihrem Rechner befinden und wie viele davon nicht für andere Augen bestimmt sind.
Ob der Bundestrojaner nach seinem Einsatz auch wieder entfernt wird, oder als Schwachstelle auf dem System bleibt und künftigen Angreifern als Zugang dient?
Ob jemand der wirklich etwas zu verbergen hat keine Mittel und Wege finden wird, seinen PC vor dem Zugriff durch die Online-Durchsuchung zu schützen? Die Möglichkeiten dazu sind vielfältig, vom Einsatz exotischer Betriebssysteme angefangen bis zu komplexer Verschlüsselungssoftware, Proxy-Netzwerken oder einfach die Trennung des Rechners vom Internet.
Wir sehen hier also einem Wettrüsten entgegen, die Online-Durchsuchung wird nur in wenigen Fällen erfolgreich möglich sein, wenn sich erst einmal entsprechende Schutzmaßnahmen etabliert haben.
29 Sep
Nicht nur Google Analytics ist den Datenschützern in Schleswig-Holstein ein Dorn im Auge, jetzt rückt das Street View-Projekt in den Fokus der Aufmerksamkeit, wie man hier bei Heise nachlesen kann.
Mit Street View will Google die bestehenden Maps und Earth Dienste erweitern und auch Ansichten vom Boden aus bieten. Datenschützern ist dies ein Dorn im Auge, da ja dabei auch Personen und Lebensumstände dokumentiert werden. Zwar sollen in Street View alle Gesichter und bspw. Kfz-Kennzeichen unkenntlich gemacht werden, der Müllberg im Vorgarten wird aber trotzdem sichtbar bleiben.
Die rechtliche Lage scheint klärungsbedürftig, trotzdem dürfte Google sich auf sicherem Terrain bewegen, sind doch Panoramaaufnahmen bei denen Personen nur Beiwerk sind generell kein Problem. Sonst hätten wohl zahlreiche Touristen und Reise-Blogs ein großes Problem mit den Datenschützern.
Ob man unbedingt seinen Vorgarten auf Google Maps oder Earth zu Gesicht bekommen möchte? Andererseits muß man sich auch fragen, wen diese Daten interessieren… Vielleicht jemanden der plant in das Viertel umzuziehen, aber der würde sich heute dann eben ein Bild vor Ort machen. Für alle anderen wird Street View eine nette Spielerei, aber mehr auch nicht….